1687–1934

Die Ungarische Adelsfamilie hatte das Schloss Murska Sobota fast 250 Jahre im Besitz. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts, als Peter Szapáry die Stadt Murska Sobota samt 40 umliegenden Orten und dem Schloss kaufte, lebten hier seine Nachfolger, die den Adelstitel der Grafen von Murska Sobota, Szápár und Széchisziget trugen.

Peter Szapáry (1630–1699/1703) gilt als der Gründer der Adelsfamilie. In der Schlacht bei Csákvár wurde er von den Osmanen gefangen genommen und in die Gefangenschaft geschickt, wo er vier Jahre verblieb. Einigen Quellen zufolge war die Grundlage des Vermögens das Lösegeld, das für seine Ablöse gesammelt worden war, das jedoch für diesen Zweck schließlich nicht benötigt wurde. Peter Szapáry gehörte laut den Quellen zu jenen, die in dieser für die Habsburger Dynastie schweren Zeit königstreu blieben.

Peter Szapáry kaufte den Markt, das Schloss und die Herrschaft Olsnitz/Murska Sobota, im Jahr 1690 dann auch den Markt und die Herrschaft Szécsisziget. Durch die Gunst des Königs Leopold I. erwarb er 1690 auch den Titel eines Barons. Peter Szapáry und seine Gattin Sofia (Zsófia) Egresdy hatten 10 Kinder, unter ihnen auch Nikolaus (Miklós) Szapáry (1680–1733) und Peter (Péter) Szapáry (1690– ca. 1753).

Nikolaus Szapáry und Peter Szapáry wurden 1722 von König Karl III. (1711–1740) mit den erblichen Adelsprädikaten von Murska Sobota und Szécsisziget in den lebenslangen Grafenstand erhoben. Die Familienmitglieder besetzen hohe staatlichen, politischen und akademischen Ämter. Sie waren Gouverneure von Fiume, Botschafter, Ungarischer Ministerpräsident, Leiter der wissenschaftlichen Akademie, Kulturmäzene und Kunstsammler.

Peter Szapáry ehelichte um das Jahr 1710 Baronin Teresia Balassa. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor. Das jüngste Kind Johann (János) Szapáry (1723–1796) bildete den jüngeren Zweig der Grafenfamilie Szapáry in Murska Sobota. Er wurde in Wien geboren und war ein sehr gebildeter und weltoffener Mensch.

Er beschäftigte sich mit Literatur, mit der Wissenschaft und mit Glaubensfragen, mehrere seiner Werke wurden in deutscher und lateinischer Sprache gedruckt. Seine Bildung und Belesenheit wurde auch von König Josef II. von Habsburg (1780–1790) sehr geschätzt, der ihn 1788 zum Gouverneur von Rijeka/Fiume machte.

Johann Szapáry ehelichte Gräfin Anna Maria von Erdődy. Aus der Ehe gingen zwei Söhne, nämlich Paulus (Pál) Szapáry (1753–1825), der unverheiratet blieb, und Josef (József) Szapáry (1754–1822) hervor.

Josef Szapáry heiratete zwei Mal. Mit seiner ersten Gattin hatte er vier Kinder. Nach dem Tod seiner ersten Frau ehelichte Josef Szapáry die Gräfin Maria von Gattenburg. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor. Das dritte Kind war Anton (Antal) Szapáry (1802–1883), der Begründet des heute noch prosperierenden Zweiges der Familie Szapáry in Murska Sobota.

In den Revolutionsjahren 1848/1849 kämpfte er an der Seite der ungarischen Revolutionäre. Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 war er unter den Organisatoren der Krönung Franz Josefs zum ungarischen König. Aus der Ehe von Anton Szapáry und Auguszta Keglevich gingen drei Kinder hervor.

Sein Sohn Géza Szapáry (1828–1898) ehelichte 1861 Gräfin Maria Jusztina Győry (1840–1908). Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor.

Der Zweitgeborene Ladislaus (László) Szapáry (1864–1939) war der letzte Besitzer des Schlosses Murska Soobta in der Familie Szapáry. Ladislaus Szapáry, Doktor der Rechte, wurde nach seinem Studium zum Attaché in London ernannt. 1896 ernannte ihn Kaiser Franz Josef zum Gouverneur von Rijeka.

Dieses Amt hatte er bis zum 23. November 1903 inne, als er wegen seiner Beteiligung an einem Korruptionsskandal zurücktreten musste. In den Jahren 1922 bis 1924 war er Botschafter von Ungarn in London. Ladislaus Szapáry war seit 1910 mit Gräfin Irene Ungnad von Weissenwolf verheiratet, sie hatten aber keine Nachkommen. Er starb 1939 in Wien.

Paul (Pál) Szapáry (1873–1917) trat in die Fußstapfen seines Bruders Ladislaus als Gouverneur von Rijeka in den Jahren 1905–1906. 1898 ehelichte er Gräfin Maria Ludovica Stanislava Przezdzdiecka. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

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